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Nachhaltigkeit / Kraftwerk Moorburg

Ich wurde einmal in einem Vorstellungsgespräch gefragt, was meine Werte, was mein höchster Wert insbesondere ist. Was man halt heute so gefragt wird. Ich antwortete: Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit bedeutet für mich neben ökologischen, fairen, sozialen Produktionsbedingungen auch die Langlebigkeit einer Entwicklung. Nachhaltigkeit bedeutet für mich heute bereits an morgen zu denken. Unternehmerisch könnte dies bedeuten, Mitarbeiter nachhaltig binden zu wollen, ein stabiles, wenn auch vielleicht langsameres Wachstum zu fördern, ein Konzept zu durchdenken, feste Werte und Strukturen zu verankern und nicht wie ein Fähnchen im Wind zu reagieren und beim leisesten Sturm einzuknicken.

Eine Lösung, die von heute auf morgen denkt, ist nicht nachhaltig. Prämien und Subventionen, die monetär getriebene Entscheidungen vorantreiben, sind nicht nachhaltig. Anreize, die die letzten Jahrzehnte in der Energie- aber auch in der Agrarpolitik gesetzt wurden, waren nicht nachhaltig. Eine Subvention bleibt nie ohne Folgen, wie durch jede Handlung auch, entstehen Wechselwirkungen. Und so rennt die Politik die letzten Jahre nur noch als Reaktion auf ihre eigenen durch Subventionen vorangetriebenen Problemen hinterher, anstatt sich mit klarem Kopf nachhaltige Lösungen zu überlegen.

Ich las gerade in der „zeit“, dass nun zeitnah das Steinkohlekraftwerk Moorburg abgeschaltet werden soll. Nach 5 Jahren Betriebszeit. Für Vattenfall lohnt sich die Abschaltprämie mehr, als die aufwendige Energiegewinnung und der Abverkauf zu unsicheren Marktpreisen. Es wurde in Betrieb genommen, um den Energieausfall durch den Atomausstieg auszugleichen.

Errichtet anstelle eines Gaskraftwerkes. Es wurde nur mit eingeschränkter Leistung betrieben durch den abgelehnten Bau einer Fernwärmeleitung und eine eingeschränkte Kühlwasserentnahme. Aus Umweltschutzgründen, die erst nach dem Bau zu Sprache kamen. Gefördert und gefordert wurde das Projekt damals von der in Hamburg regierenden CDU, um bloß keine Energieengpässe für ansässige Wirtschaftsunternehmen zu riskieren. D.h. der Neubau wurde politisch gewünscht aus Angst vor Energieausfall, dann aber kritisiert aufgrund fehlender Umweltauflagen.

An was erinnert mich das bloß…vielleicht an die Entscheidung zur Elbvertiefung?!

Wann beginnt Politik endlich wirklich nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die nicht der Wirtschaft von heute, sondern der Gesellschaft von morgen dienen.

PS: Derweil haben wir ja noch „Glück“ und uns wird nicht der Strom knapp, denn da sind ja noch genug veraltete Kohlekraftwerke, die noch nicht so bald abgeschaltet werden. Außerdem treibt die Regierung ja auch den Gasimport aus Russland voran UND zu guter Letzt werden anstatt der Instandhaltung alter Windkraftanlagen neue Windparks auf gerodete Waldflächen gebaut. Vielleicht erledigt sich das Problem mit der Energiegewinnung ohnehin in Zukunft, weil wir keinen Strom mehr zum Heizen brauchen mit der Klimaerwärmung? Denn die wirkt nachhaltig. Ohne Zweifel.

Karlotta Ahrens, Schriftführerin

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