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Ist Kunst systemrelevant?

Angesichts der „Corona-Pandemie“ war im Frühjahr 2020 oft von systemrelevanten Berufen die Rede. Gemeint waren damit Rettungsdienst, medizinischer Dienst, Feuerwehr, Polizei, Lebensmittelversorgung etc. Und schnell waren somit die Berufstätigen in wichtig und unwichtig sortiert.

Für mich ist der Begriff „systemrelevant“ das Unwort des Jahres 2020, obwohl ich einem entsprechenden Beruf nachgehe. Das Wort ist schlichtweg diskriminierend! Selbst in schwierigen Zeiten sind alle Menschen gleich und wichtig, unabhängig von ihrer Profession. Künstler haben es aus meiner Sicht besonders schwer, sich in Krisenzeiten zu behaupten. Wozu braucht man Kunst, wenn es gerade kriselt?

Hier kommt u.a. die Salutogenese ins Spiel. Der Begriff geht auf Antonovsky zurück und betont, einfach gesagt, wie wichtig es ist, etwas FÜR die Gesundheit zu tun, um sie zu erhalten. Also gerade in Krisenzeiten unverzichtbar. Was das mit Kunst zu tun hat? Nun, das Betrachten von Kunstwerken, das Hören von Musik oder der Theaterbesuch tragen nachweislich zu unserer Gesundheit bei. Indem sie positive Gefühle auslösen und darüber nachweislich das Immunsystem stabilisieren. Picasso: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“

Leider ist diese Sichtweise weniger bekannt, vor allem bei Politikern …

Ministerin Grütters stockt für 2020 und 2021 die Bundes-Stipendien für alle Künstler um insgesamt 43,5 Millionen Euro auf. Und das bei knapp 190.000 Künstlern in Deutschland. Für die Lufthansa waren 9 Milliarden Euro drin (bei deutlich weniger Mitarbeitern) …

Aber auch die ÖDP erwischt man da auf dem falschen Fuß – leider. Während das Bundespolitische Programm 2019 zu Kunst und Kultur völlig schweigt, findet sich im Grundsatzprogramm unserer Partei immerhin ein Absatz mit 5 Zeilen zu Kunst, Kultur und Sport. Da ist erheblicher Nachbesserungsbedarf!

Armin Götte, ÖDP Mitglied

Autor/in:
Admin Götte
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Wichtiger Hinweis:
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