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Es regnet, aber…

Nach ersten Befürchtungen, dass auch dieser Sommer wieder eine Qual für Pflanzen und Menschen werden könnte, die unter extremer Hitze und Trockenheit leiden, verschafft das Wetter der letzten Wochen uns und der Natur etwas Erleichterung. Noch immer freue ich mich an jedem Regentropfen. Klimakrise vorbei? Die Flugzeuge wegen Corona am Boden? Alles gut? Leider nein. Wer mehr als 20 cm tief im Garten gräbt, stellt noch immer schnell fest, dass die Erde im doppelten Sinn leidet. Das Klima kippt und wir können es vor unserer Haustür greifen. Es lohnt sich, den Dürremonitor des Helmholzzentrums für Umweltforschung für die letzten Monate einmal anzuschauen (https://www.ufz.de/index.php?de=37937). Seit vielen Monaten herrscht in großen Teilen unseres Landes und darüber hinaus in der Tiefe eine extreme Dürre, die viele Bäume so kaum überleben werden.

Es ist ein Desaster, wie wenig die aktuelle Vollbremsung von Wirtschaft und Gesellschaft dazu genutzt wird, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie unser Leben in Zukunft aussehen kann, ohne dass wir unsere Lebensgrundlagen ruinieren. Dass als zentrale Frage im Raum steht, die Konjunktur und das Wachstum – und damit auch den unseligen Ressourcenverbrauch – wieder anzukurbeln, zeigt: Die Demonstrationen von Fridays for Future und die Forderungen nach einer wirklich zukunftsfähigen Politik scheinen weit weg. (Auto)firmen wollen weiter produzieren und verkaufen – egal, ob es die Leute brauchen oder nicht. Die 1700 gemeinnützigen Gruppenübernachtungshäuser, wie Naturfreundehäuser und Schullandheime, die aktuell oft ohne Gästegruppen vor dem Aus dastehen, bekommen lächerliche 75 Millionen aus dem Konjunkturpaket. Die Lufthansa allein wird mit 9 Mrd. gestützt. Klimabelastung wird unterstützt. Viele Begegnungs- und Bildungsorte in der Natur hingegen werden wahrscheinlich schließen müssen. Diese Prioritätensetzung ist eine Katastrophe. Vieles deutet darauf hin, dass es bald so weitergehen soll, wie bisher. Leider.

Das darf nicht sein. Hier braucht es Alternativen. Auch der Blick in die Tiefe unseres Bodens zeigt uns: wir müssen Politik nicht für morgen, sondern für übermorgen denken. Eines von unseren Wahlplakaten vom Februar sagte: Die ÖDP, die Urenkelpartei. Das ist der Blick, den es jetzt braucht.

Benjamin Krohn, Stellvertretender Vorsitzender

Autor/in:
Benjamin Krohn
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Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.