MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner zu Gast

Unser Europaabgeordneter Prof. Dr. Klaus Buchner war im Januar 2015 zu Gast im KulturA in Neuallermöhe. Sein Thema waren die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TiSA und deren negative Auswirkungen auf die Kommunen. Fotos und den ausführlichen Bericht über die gut besuchte Veranstaltung finden Sie hier.

 

 

ÖDP sorgt für sauberen Bahnhof Nettelnburg

Im Herbst 2014 sammelten Mitglieder der ÖDP in Bergedorf und engagierte Bürger zwischen 8 und 9 Uhr den Müll im Tunnel des S-Bahnhofs Nettelnburg auf, um den Besucherinnen und Besuchern des Stadtteils einen schönen Zugang zu gönnen.

Inzwischen haben die Verantwortlichen unser Anliegen aufgenommen, es wird häufiger nass gereinigt und auch am Sonntag der Müll entfernt.

Hier finden Sie unseren Flyer, mit dem wir auf die Aktion aufmerksam gemacht haben. Wir sind dankbar und freuen uns, dass wir hier konkret für die Bürger vor Ort etwas erreichen konnten!

 

 

Prof. Paech wünscht sich die Politik der ÖDP im Bundestag

Auf Einladung der Ökologisch-Demokratischen Partei Hamburg (ÖDP) hielt Professor Dr. Niko Paech (Lehrstuhl für Produktion und Umwelt, Universität Oldenburg) am 09. September einen Vortrag zum Thema „Abschied vom Wirtschaftsdogma“.

Vor nahezu überfülltem Saal in der Gaststätte „Zum Gewerkschaftshaus bei Toni“ in Hamburg-Bergedorf zeichnete Prof. Dr. Paech ein Bild zur Zukunft der Menschheit, das einem „immer weiter so“ klare Schranken setze: Psychische Wachstumsgrenzen, unbeherrschbare Finanzkrisen  und „peak everything“ (Verknappung aller Rohstoffe) brächten drastische Veränderungen mit sich, daher müssten wir jetzt „die Kurve kriegen“.

Leider sei aber keine der in Berlin vertretenen Parteien zu einer Kehrtwende bereit. Prof. Dr. Paech wörtlich: „Das Grundprinzip, weiter über seine Verhältnisse zu leben, wird nicht berührt.“ Die Versuche, „grünes“ Wachstum zu etablieren, seien „bestenfalls wirkungslos“ geblieben. Die Atomkraft werde durch neue Kohlekraftwerke ersetzt. Andere Bereiche wie Flugreisen, Kreuzfahrten, Straßenverkehr und Energieverbräuche in der Güterherstellung würden gar nicht angefasst. Die Politik in Berlin traue sich nicht, dem potenziellen Wähler zuzumuten, seine Mobilitäts- und Konsumgewohnheiten zu ändern: „Wir hängen an der Energieversorgung wie der Junkie an der Nadel“.

So düster das aufgezeigte Bild zunächst erschien, so positiv legte der Referent seine Zukunftsvision von einer Menschheit dar, die nach der „Befreiung vom Überfluss“ (so auch der Titel seines im April 2012 beim Oekom Verlag erschienen Buches) mit weniger Verbrauch zu mehr Zufriedenheit und Glück gelangen kann. Dies geschehe über die Reduktion: die Suffizienz (Befreiung vom Ballast) und die Subsistenz (moderne Art der Selbstversorgung). In der Wissenschaft werde im Bereich der Postwachstumsökonomik u.a. an der Postwachstumsökonomie (PWÖ) gearbeitet, die einen Zukunftsentwurf für Lebensstile und Produktionsmuster darstelle. In der PWÖ gehe es darum, die langen, globalen Produktionsketten zugunsten mittlerer, regionaler Produktionsketten und zunehmender Selbstversorgung (inkl. z.B. einer Zusammenarbeitet im Tauschwege) zu reduzieren.

„Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht und sich die Zeit zum Genuss dessen nimmt, was ihm zur Verfügung steht“ mag als Tenor seines gut einstündigen Vortrages gelten. Die anschließende Diskussion mit Prof. Paech zeigte eindrucksvoll, wie sehr die Zuhörer die Reichweite seiner Ausführungen erkannt hatten.

Volker Behrendt, Landesvorsitzender der ÖDP Hamburg, zugleich Spitzenkandidat und Direktkandidat für den Wahlkreis Bergedorf/Harburg, machte in seinem Statement deutlich, dass die ÖDP sich als einzige Partei seit mehr als dreißig Jahren für ein „Weniger ist mehr“ einsetze und folgerichtig in ihrem Grundsatzprogramm das Bekenntnis zu wesentlichen Teilen der Postwachstumsökonomie habe.

Prof. Dr. Paech erklärte, dass er sich normalerweise aus Wahlkämpfen heraushalte. Er habe aber aufgrund der Positionierung der ÖDP und der jüngeren Diskussion über die Notwendigkeit einer ökologischen Partei im Berliner Reichstag bewusst und gerne die Einladung für den Vortrag angenommen. Professor Paech äußerte, dass die ÖDP in politischer Verantwortung eine Kehrtwende herbeiführen könnte.

Zitat eines Anwesenden: „Ich habe selten so klar vermittelt bekommen, wie es um die Menschheit steht und wie die Abwendung der bevorstehenden Katastrophe möglich ist. Ein gelungener Abend, der mich bereichert und nachdenklich gestimmt hat!“

 

apl. Prof. Dr. Niko Paech