08.02.2016

Zur Sache

Aus dem Ruder gelaufen

ist die Diskussion um die Elbvertiefung am letzten Wochenende.

Was ist passiert? Bei einem der größten Containerschiffe der Welt, der „CSCL Indian Ocean“ der Reederei „China Shipping“ ist auf der Fahrt auf der Elbe die Ruderanlage ausgefallen. Die Situation ist vergleichbar mit einem während der Autofahrt eingerasteten Lenkradschloss. Nichts geht mehr, man kann nur noch sehen, dass man ohne größere Blessuren am Straßenrand zum Stehen kommt. So haben auch die Elblotsen auf dem Schiff dafür gesorgt, dass der Schiffsriese durch das Parken im Schlick weder selbst weitere Schäden erleidet noch andere Schiffe auf dem Weg in den Hamburger Hafen behindert. So weit so gut.

Normalerweise würde man jetzt eine Diskussion über die Sicherheit von (zu) großen Schiffen auf der Elbe erwarten. Was wäre denn geschehen, wenn das Schiff ein z.B. Tankschiff gewesen und auf Steine aufgelaufen wäre? Oder ein Gefahrgutfrachter, bei dem die Ladung verrutscht wäre? Sich das Schiff in der Elbe quer gestellt hätte? Aber nichts dergleichen. Schnell wurde von Experten festgestellt, dass diese Szenarien unwahrscheinlich seien. Stattdessen wird wieder über die Elbvertiefung diskutiert. Damit noch mehr überdimensionierte Schiffe auf der Elbe unterwegs sein können statt sinnvollerweise den Jade-Weser-Port anzufahren. Aber wer weiß, vielleicht wird ja bei der nächsten Autopanne auf der A7 auch über eine Verbreiterung der Autobahn diskutiert.

Kategorie: Energie / Verkehr