ödp - Ökologisch-Demokratische Partei - Die grüne Alternative

Konzept für den Einsatz von Biokraftstoffen


Der Einsatz von Pflanzenöl/Biogas stellt eine nachhaltige Möglichkeit zur Energiegewinnung dar. Hier gilt es allerdings folgende Aspekte zu beachten:

Die Pflanzen, aus denen das Öl gewonnen wird, sollten auf jeden Fall vor Ort angebaut werden. Pflanzen aus Entwicklungsländern können beispielsweise dazu beitragen, dass die Bewohner nicht mehr genügend Ackerfläche zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung haben, da Pflanzen, aus denen Öl gewonnen wird, zu hohen Preisen exportiert werden können. Die Gewinne aus diesem Öl kommen ausschließlich Großkonzernen zugute und fördern in der Regel die Verarmung der örtlichen Bevölkerung. Ähnlich wie beim Anbau von Kaffee oder Kakao müssen unbedingt Kriterien des Fairen Handels wie soziale Mindeststandards und faire Preise angewandt werden.

Auch sollten keine Pflanzen, die genmanipuliert sind, verwendet werden.

Raps aus konventionellem Anbau ist ebenfalls nicht geeignet für die Ölproduktion, da er großflächig in Monokulturen angebaut wird und die Böden stark auslaugt. Außerdem muss viel Energie für den Anbau aufgewendet werden.

Mit Raps aus biologischem Anbau könnten unter heutigen Verhältnissen ohne wesentliche Beeinträchtigung des übrigen Ackerbaus etwa 12 Prozent des benötigten Treibstoffs angebaut werden.

Die beste Wahl für die Produktion von Öl ist der Leindotter, der als Mischfrucht gemeinsam mit Weizen, Erbsen oder anderen Pflanzen angebaut werden kann. Dadurch wird der Ertrag an Erbsen gesteigert, weil Leindotter schneller wächst und sich die Erbsen dort hochranken können. Das spart Unkrautvernichtungsmittel, da Unkraut so nicht wachsen kann.

Besonders geeignet als Treibstoff ist auch Biogas, das aus bereits vorhandenen Pflanzenabfällen gewonnen werden kann.

Kritiker führen an, Deutschland benötige seine gesamte Ackerfläche, um alle Autos mit Pflanzenöl zu versorgen. Dieses Argument ist richtig. Aber selbst wenn nur 10 – 15 Prozent des Treibstoffs aus Pflanzenöl gewonnen werden, so kommt das Geld dafür den Bauern zugute und nicht den Ölmultis. Gegenwärtig sind wir nämlich zu 100 Prozent auf Öl-Importe angewiesen.

Grundsätzlich bleibt unsere jetzige Form des motorisierten Individualverkehrs kritisch zu hinterfragen. Neben dem Einsatz emissonsneutraler Treibstoffe ist vor allem auch die Fortbewegung (fast) ohne Emission zu fördern: Fahrrad, Fußgänger sowie Vermeidung sinnlosen Verkehrs.