14. Oktober 2008 - von DAVID PERTECK
Selbst der unzureichende Verwendungsbericht über
Studiengebühren in Hamburg belegt, dass die Gelder nur zu einem geringen Teil
für die Verbesserung der Lehre eingesetzt werden (zu ca. einem Drittel).
Ebenfalls entgegen den schwarz-grünen Versprechungen sind die Gebühren nicht
wirklich nachgelagert, sondern dies muss jedes Semester erneut beantragt
werden.
Die Studierenden haben praktisch keine Einflussmöglichkeit auf die
Verwendung und sämtliche Ausnahmeregelungen entfallen. Ebenso wie Büchergeld
fördern Studiengebühren soziale Auslese bei den Bildungschancen, die in
Deutschland ohnehin der Geldbeutel der Eltern bestimmt. Diese Auswirkungen
erwähnt der Bericht freilich ebenso wenig wie den genauen Verbleib der
Anti-Bildungs-Gebühren, der nicht mehr ermittelt werden konnte. Da hilft keine
Beschönigung. Senat und Universitätsleitung sorgen sich lieber um private
Investoren für die Uni-Verlagerung in die Hafen-City und als kommerzielle
Betreiber der Uni-Gebäude als um die Interessen Studierender. Allenthalben
werden Bildungseliten gefordert, aber unsere Hochschulen werden zugleich an
Wirtschafts- und Finanzeliten verscherbelt. Die Grünen in Hamburg sollte man bloß an ihren
eigenen Worten messen. So haben etwa die Landeschefs der Grünen Fegebank und Tjarks
vor der Wahl immer wieder laut gerufen: "Ole muss weg! Ole muss weg!"
Jetzt koaliert ihre Partei mit der Beust-CDU und sie nennen Ole von Beust einen
guten Bürgermeister. Und die Grüne Christa Goetsch hat vor der Wahl gerufen,
der Schaden durch Ole von Beust und seinen Senat dürfe "nicht ungestraft
bleiben!" Jetzt dient sie unter Beust als seine zweite Bürgermeisterin und
unterstützt dieselbe Politik. Dabei haben die Grünen völlig recht: "Das
darf nicht ungestraft bleiben!" Bei der Europawahl und der Bundestagswahl
2009 werden sie die verdiente Rechnung erhalten.