Von Verena Häggberg
Die Olympischen Spiele in
Peking haben begonnen. Aber fast mehr als von sportlichen Erfolgen werden die
Medien von politischen Niederlagen beherrscht. Die ursprüngliche Idee von
Olympia, die friedliche, völkerübergreifende Verständigung der Menschen scheint
zur Nebensache zu werden. Natürlich ist nicht alles schlecht was mit Olympia zu
tun hat und wir sollten den Menschen in China ihre Freude zugestehen. Trotzdem:
Es gibt kein Signal der chinesischen Regierung einen Dialog mit dem Dalai Lama
zu beginnen, es gibt keine Änderung in der Haltung gegenüber Burma und Dafur,
es gibt kein freies Internet, es gibt keine Menschenrechte...
Einige Leute in China verbreiten die Auffassung, dass die Kritik aus Europa
gegen China an sich gerichtet sei. Das birgt die Gefahr, dass Menschen gegen
uns aufgehetzt werden, die wir dringend als Verbündete im Kampf gegen das
Unrecht brauchen.
Der weltweite Aufschrei hat Chancen eröffnet, doch von offizieller chinesischer
Seite gibt es weiter starken Widerstand.
Man fragt sich: Warum tut die EU so wenig, warum setzen sich die USA nicht mehr ein? Die
Antwort ist leider sehr einfach: Es geht um handfeste wirtschaftliche
Interessen. Ein Großteil deutscher Produkte kommt heute aus China. Massive,
ernstgemeinte Kritik an China kann sich der Westen gar nicht leisten und wird
von den Regierenden gar nicht gewollt, denn am Ende verdienen alle Beteiligten
gut an der Verletzung der Menschenrechte.